Der Trailer: Storytelling in 60 Sekunden

Die letzten Wochen habe ich damit verbracht ein großartiges Video von Timothy Thomsons Solo Zaubershow zu produzieren. Da nicht jeder die Zeit hat sich 90 Minuten Show anzusehen, bevor ein magischer Abend gebucht wird, gehörte auch die Konzeption von einem Trailer zu meiner Aufgabe.

Für mich Grund genug, einmal über das Storytelling in Trailern nachzudenken und ein paar Zeilen dazu zu verfassen.

Bewegliche Hashtags

Also zurück zum Anfang: Die Frage, wie ich 90 Minuten Film auf etwa Eine Minute Trailer herunterdampfen kann. Hierzu habe ich zunächst darüber nachgedacht, was die grundlegende Story, der Anlass, der rote Faden des Auftritts ist. Ist dies identifiziert, müssen Schlagworte in Filmform gefunden werden. Sozusagen bewegliche Hashtags. Ich habe hierzu überlegt, wie ich bestimmte Standbilder verschlagworten würde, oder in einem Satz beschreiben würde. Anhand dieser Überlegung ist es dann nicht mehr schwer, aussagekräftige Szenen herauszupicken und entsprechend des Roten Fadens der Show zu verbinden.

Timothy Thomson begruesst die Zuschauer. Standbild aus dem Trailer
Timothy Thomson stellt sich als Wunderverkäufer vor.

Selbstredend ist die Auswahl in der Regel das, mich als externen Zuschauer überzeugen soll. Daher ist es wichtig sich in den potentiellen Zuschauer hineinzuversetzen. Hier ist es übrigens überhaupt nicht verboten, einmal ein bisschen Marktforschung zu betreiben und sich Trailer und Shows ähnlicher Acts auf YouTube anzusehen. Das klingt vielleicht immer etwas komisch, YouTube Videos zu sehen und das dann als Arbeit zu bezeichnen. Diese Inspiration, die dann hoffentlich aus derlei Videos gezogen werden kann, ist aber sehr hilfreich.

Rauf und runter auf der Spannungskurve

Es ist aber nicht nur wichtig einzelne Szenen aus der Langfassung herauszupicken. Am Ende muss hieraus eine eigene, kleine Geschichte entstehen. Mit Spannungsbogen und am Besten mit einem kleinen Cliffhanger am Ende. Manchmal ist es hilfreich, sich den Spannungsbogen in Form einer kleinen Zeichnung zu visualisieren. So lässt sich auf der potentiellen Spannungskurve, jede gewählte Szene erst einmal einsortieren, damit eine konsistente Story entsteht.

Ein Trick um den Spannungsbogen anzutreiben. Standbild aus dem Trailer
Timothy zaubert mit einem Trick die Spannungskurve nach oben.

Im Fall von Timothys Trailer habe ich deshalb zunächst das Thema dargestellt (Wunderverkäufer) und mit entsprechenden Tricks illustriert. Dabei wollte ich auch Timothys Moderation und die Reaktionen des Publikums mit einbeziehen. Im Idealfall bekommt der Zuschauer so einen Eindruck, wie es ist im Publikum zu sitzen. Die initiale Spannungskurve bewegt sich nunmehr etwas seitwärts, da Publikumsstimmen die Show bewerten. Das ist als Marketinginstrument wichtig, aber für eine Geschichte natürlich eher neutral zu bewerten. Deshalb folgt hierauf noch einmal ein Trick, der zunächst etwas ruhiger beginnt und in einem „Wow-Effekt“ endet. Zum Abschluss folgt ein Teaser: Die mysteriöse Fragezeichentüte. Dabei wird nicht geklärt wie der Trick aussieht, was in der Tüte ist, oder wie die Reaktion des Publikums ist. Schließlich soll noch genug Interesse daran bestehen, sich die komplette Show anzusehen.

Guter Trailer = guter Film?

Vielleicht wirfst Du jetzt ein, dass ein Trailer für einen Spielfilm doch auch mal deutlich länger ist. Schau Dir diese Ausschnitte noch einmal an. Vielleicht geht es Dir dann wie mir und Du wirst feststellen, dass ein kurzer Trailer deutlich mehr Spannung erzeugen kann, als ein längerer Clip. Es geht bei einem Trailer schließlich darum, ein Interesse für den ganzen Film zu wecken und nicht alles vorwegzunehmen. Ein guter Trailer hat ebenso viel Story-Substanz wie sein Langspielpendant.

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Falls Du eine super Zaubershow sehen möchtest, kannst Du Timothys Portfolio auf seiner Webseite betrachten, oder ihn auf Facebook finden.

 

Beste Grüße

Felix

 

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