Illustration zur Fehlerkultur im Unternehmen: Aus Fehlern lernen und Prozesse optimieren.

Fehler passieren und das ist okay!

Es gibt Tage, an denen im Business einfach nichts so richtig läuft. Während Pannen im Alltag oft weggesteckt werden, fühlen sie sich im professionellen Kontext oft unverzeihlich an. Doch wer langfristig wachsen will, muss eine positive Fehlerkultur im Unternehmen etablieren. In diesem Beitrag erfährst du, warum es vollkommen okay ist, wenn mal etwas nicht klappt, und wie du technische Fehler am Set als Chance für echte Verbesserungen nutzt.

Aus Fehlern lernen?

Erst kürzlich ist mir bei einem Dreh ein technischer Fehler unterlaufen, der nicht sein gemusst hätte. Die Suche nach der Ursache ist dabei beinahe ein Rätsel. Über einen Drehtag passiert einfach zu viel. Auch eine Korrektur in der Post-Production gestaltete sich als unmöglich. Was blieb, war den Fehler zuzugeben und eine alternative Lösung anzubieten. Aber warum fühlt es sich häufig so schwer an, diesen Weg zu gehen?

Ein kulturelles Problem?

Ich glaube, unsere Gesellschaft hier in Deutschland ist zu sehr auf eine genaue Anleitung im Job und Leben getrimmt. Das bedeutet, dass wir keine wirkliche Fehlerkultur haben und diese als Versagen oder Unfähigkeit wahrgenommen werden. Diese Sozialisierung ist systemisch und wenn ich in anderen Ländern unterwegs bin, dann wird dort viel offener mit Problemen, insbesondere im Arbeitskontext umgegangen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Arbeit hierzulande als wesentlicher Aspekt des Alltagslebens wahrgenommen wird? Ein Fehler kommt einem persönlichen Versagen und damit einem Wertverlust gleich. Das ist ein massives Problem für das eigene Ego.

Eine gesunde Fehlerkultur ist im Grunde ein Problem des Ego-Managements. Wenn wir aufhören, unsere berufliche Existenz zu 100 % mit einem fehlerfreien Ergebnis zu verknüpfen, gewinnen wir die Freiheit, neue Wege zu gehen. In der Kreativwirtschaft nutzen wir dazu oft das Prinzip von ‚Try and Error‘. Anstatt bei einem technischen Patzer in Panik zu verfallen, sollten wir den Fehler transparent kommunizieren und alternative Lösungen anbieten. Ein organisierter Nachdreh bietet oft sogar die Chance, Szenen noch besser einzufangen als ursprünglich geplant.

Aus Fehlern lernen

Wenn die Fehlerkultur also ein Ego-Management-Problem ist, dann sollten wir zuerst darüber nachdenken, wie stark die Arbeit mit der eigenen Existenz verknüpft wird. Wahrscheinlich täte es uns gut, ein bisschen weniger Wert auf Perfektionismus und pseudo-optimale Lösungen zu setzen und mithilfe von Try and Error neue Wege zu gehen. Ich glaube, da ist die Kreativwirtschaft insgesamt etwas anders gepolt. Trotzdem sollte es nicht einem persönlichen Versagen gleichkommen, wenn man im Job mal was falsch macht. Die meisten Fehler sind im Nachhinein zwar ärgerlich, aber kein Weltuntergang. 

In meinem Fall wurde ein Nachdreh organisiert und der Fehler beseitigt. Das dauerte zwar etwas länger, aber hat außerdem Platz für Verbesserungen geboten.

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